Lust auf Interaktion?

Ströer Digital Media

Keynote auf dem 4th Beacon Summit

Hintergrund: Auf dem vierten Beacon Summitim Januar 2016 trafen sich Experten aus verschiedenen Branchen in Hamburg, um die Potentiale der Beacon-Technologie anhand erfolgreicher Beispiele, Nutzungssenarien und technologischen Neuentwicklungen zu diskutieren.

Ziel des Vortrags: Als Ergänzung zu Praxisvorträgen bot die Keynote eine Anleitung zur Steigerung der Nutzerakzeptanz interaktiver Beacon-Anwendungen.

Die Perspektive meines Vortrags zeigt sich bereits im Titel: Lust auf Interaktion?
Vielleicht klingt dieser Titel auf den ersten Blick recht weit entfernt vom Thema dieser Konferenz? Ich glaube, er ist sehr nah dran. Der Erfolg von interaktiven Anwendungen basiert nur zur Hälfte auf der Technologie. Mindestens genauso wichtig ist, dass Nutzer Lust haben, mit der Technologie zu interagieren.

Vortragsauszüge:

„Ich erinnere mich noch sehr gut, als der Chaos Computer Club ein leerstehendes Hochhaus am Berliner Alexanderplatz mithilfe von steuerbaren Fensterbeleuchtungen in einen überdimensionalen Pixel-Bildschirm verwandelt hatte, den man mit dem Mobiltelefon aus der Ferne steuern konnte. Um das einmal selber zu erleben, bin ich extra mit der U-Bahn an den Alexanderplatz gefahren, habe eine kostenpflichtige Nummer gewählt, um auf dem Haus der Lehrers den Spieleklassiker Pong zu spielen. Ich war alleine unterwegs, aber von der Interaktion so begeistert, dass ich fremde Passanten an der Ampel angesprochen und ihnen gezeigt habe, dass ich über mein Telefon gerade das Haus bediene. Das hat richtig Spaß gemacht. (http://blinkenlights.net) Seit diesem Erlebnis begegnet mir die Frage nach der Lust auf Interaktion immer wieder. Wie kann man Spaß daran haben, mit dem Computer oder den Smartphone zu interagieren?

Es ist mir natürlich bewusst, dass es hier nicht um interaktive Computerspiele auf Hochhäusern geht, aber wenn es Ihnen gelingt, auch nur einen Teil dieser Motivation anzuregen, fällt es Ihnen sicher deutlich leichter, viele Nutzer für Ihre Anwendungen zu gewinnen.“

„Zur Beantwortung dieser Frage habe ich vor einigen Jahren über 4000 Passanten in Berlin-Mitte beobachtet und untersucht, wie sie mit den interaktiven Displays der Magical Mirrors Installation interagierten. Basis dieser Analyse war eine Systematik von Motivationsfaktoren in der Mensch-Computer-Interaktion, die auch als Leitfaden für die Gestaltung motivierender Anwendungen verwendet werden kann. Ausgangspunkt dieser Systematik war die Frage, was beim Spielen mit dem Computer Lust bereitet und wie sich diese Lust auf andere Formen der Interaktion übertragen lässt.“

„Damals war die Technologie noch nicht ausgereift, so dass die Visionen von Datenamort nicht in reale Anwendungen umgesetzt werden konnten. Technologisch sind wir viel weiter – wenn Sie Ihren Nutzern jetzt noch Lust auf Interaktion machen, dann kann die Verbindung zwischen der digitalen und physischen Welt sehr spannend werden. In diesem Sinne freue ich mich auf die nachfolgenden Präsentationen.“